27. Mai 2026

Wenn der Beckenboden nicht mehr trägt

Ein ungewolltes Tröpfeln beim Lachen, ein Druckgefühl nach langem Stehen, der ständige Weg zur Toilette: Beschwerden rund um den Beckenboden gehören zu den häufigsten und zugleich am seltensten ausgesprochenen Gesundheitsproblemen. Schätzungen der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zufolge sind in Deutschland rund zehn Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen – Frauen wie Männer, junge wie alte. Anlässlich der Welt-Kontinenz-Woche vom 15. bis 21. Juni 2026 lädt das zertifizierte Beckenbodenzentrum Starnberg – Penzberg deshalb zu einem Patiententag ein.

 

„Es ist eines der Themen, bei denen Menschen oft sehr lange schweigen – selbst gegenüber der eigenen Ärztin oder dem eigenen Arzt. Dabei lassen sich Beckenbodenschwäche und Inkontinenz heute in vielen Fällen deutlich verbessern, häufig schon mit konservativen Maßnahmen – etwa physiotherapeutisch angeleitetem Beckenbodentraining, Verhaltensanpassungen oder, je nach Befund, einer medikamentösen Behandlung", sagt Prof. Dr. med. Christoph Anthuber, Leiter des Beckenbodenzentrums.

 

Der Patiententag will genau hier ansetzen: informieren, einordnen, Hemmschwellen abbauen. In kompakten Vorträgen geben Ärztinnen und Ärzte aus Gynäkologie, Urologie und Proktologie sowie eine Urotherapeutin einen Überblick über die wichtigsten Krankheitsbilder – von der Beckenbodensenkung bei Frauen über die verschiedenen Formen der Blasenschwäche bei Frauen und Männern bis hin zur Stuhlinkontinenz. Vorgestellt werden auch neue Behandlungsmöglichkeiten, die im Beckenbodenzentrum Starnberg – Penzberg inzwischen fest zum Angebot gehören. Dazu zählt die sakrale Neuromodulation: Ein Schrittmacher stimuliert über eine feine Elektrode die Nervenwurzeln am Kreuzbein, die unter anderem Blase, Darm und Beckenboden steuern. Vor der dauerhaften Implantation prüft eine Testphase, ob das Verfahren im Einzelfall wirkt. Vielen Patientinnen und Patienten mit Analinkontinenz kann es spürbar helfen.

 

„Wir möchten zeigen, dass dieses Thema in unseren Sprechstunden längst keine Ausnahme mehr ist", sagt Anthuber. „Je früher Betroffene den Schritt zu uns finden, desto mehr Möglichkeiten haben wir." Im Anschluss an die Vorträge ist Zeit für persönliche Gespräche mit den Expertinnen und Experten sowie für den Besuch einer begleitenden Ausstellung.

 

Patiententag zur Welt-Kontinenz-Woche

Wann: Mittwoch, 17. Juni 2026, 16:00 bis 18:30 Uhr

Wo: Casino, Klinikum Starnberg, Oßwaldstraße 1, 82319 Starnberg

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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